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ÖBB Ersatzbahnhof BregenzBregenz, AT, 2025

Bauherr: ÖBB-Infrastruktur AG
Fotograf: Adolf Bereuter

Bauherr: ÖBB-Infrastruktur AG
Fotograf: Adolf Bereuter

Wie platziert man einen Ersatzbau eines Bahnhofgebäudes in ein städtebaulich ungewisses und gestalterisch unliebsames Umfeld?
 

Der Bahnhof Bregenz gilt in vielerlei Hinsicht als problembehaftet: Das bestehende Gebäude ist seit Jahren ungenutzt und sowohl gestalterisch als auch funktional kritisiert. Neubaupläne wurden wiederholt durch komplexe Stadtentwicklungsprozesse verzögert. Der langwierige Planungsprozess führte zu wachsender Unzufriedenheit bei Bevölkerung und Beteiligten. Nun haben die Österreichischen Bundesbahnen einen ersten Schritt gesetzt und einen Ersatzbahnhof initiiert.

Dieser ist so positioniert, dass zukünftige Stadtentwicklungen nicht behindert werden. Eine neue Stadtstraße wird zwischen Gleisen und Gebäude geführt, und der spätere Bahnhof kann etappenweise samt Anbindung an die Seeanlagen realisiert werden. Damit werden wichtige Rahmenbedingungen vorgegeben.

Da die Nutzungsdauer des Ersatzbaus ungewiss ist und eine lange Übergangszeit erwartet wird, wurde bewusst auf eine rein provisorische Containerlösung verzichtet. Stattdessen kommt ein kostenneutraler Holzbau mit hohem Vorfertigungsgrad zum Einsatz, um Bauzeit und Aufwand zu minimieren.

Funktional umfasst das Erdgeschoss eine Kundenzone mit Warteraum, ÖBB-Reisezentrum, Verkehrsverbund-Schalter, Bäckerei und Sanitäranlagen. In den Obergeschossen befinden sich ausschließlich Bereiche für Mitarbeitende: Aufenthaltsräume, Küche, Lager, Zollbüro sowie Umkleiden, Duschen, Ruheräume, Büros und Besprechungsräume.

Der Außenraum ist als Vorplatz mit klar gegliederten Funktionsinseln gestaltet, darunter Grünflächen, Fahrradabstellplätze, Taxi- und PKW-Stellplätze. Die Erschließung erfolgt fußläufig von Süden über die Bahnhofstraße, von Norden direkt vom Bahnsteig und von Westen über Rolltreppe und Aufzug zur bestehenden Überführung und den Seeanlagen.

Das Gebäude ist von einem großzügigen, teilweise begrünten Vorplatz umgeben, der die Verkehrsströme effizient lenkt. Architektonisch prägt ein rot gestrichener Holzbaukörper mit vorgelagerter Holzlattenstruktur das Erscheinungsbild. Diese fungiert als Filter, der Arbeitsbereiche visuell und akustisch vom öffentlichen Betrieb trennt und zugleich als Sonnenschutz dient.

Die Fassadengestaltung erzeugt durch Überlagerung und Bewegungseffekte Assoziationen von Dynamik und Reisen. Auch die Beleuchtung unterstützt dieses Konzept und erhöht die Sicherheit. Insgesamt soll der Bau den Anforderungen eines stark frequentierten Infrastrukturstandorts gerecht werden und flexibel auf zukünftige Veränderungen reagieren können.